Du nimmst regelmäßig Unterricht und bildest dich weiter. Trotzdem gibt es Themen, bei denen du nicht weiterkommst. Brauchst du dafür wirklich Coaching oder Mentaltraining für Reiter? Das Angebot rund um die Pferdeausbildung ist vielfältiger denn je. Umso wichtiger, den Überblick zu behalten, damit du dir die Unterstützung auswählen kannst, die für dich und dein Pferd gerade die richtige ist.

Reitlehrer, Coach oder Mentaltraining beim Reiten – Wo ist der Unterschied?

Die Begriffe Training bzw. Unterricht, Coaching und Mentaltraining werden gerade im Reitsport ja oft synonym verwendet. Um dir zu zeigen, wo die Unterschiede und der unterschiedliche Nutzen für dich liegen, beschreibe ich dir, wie ich die jeweiligen Rollen sehe:

Als Reitlehrerin unterstütze ich dich mit meinem gesamten Wissen. Ich schlage dir Ablaufpläne vor und gebe dir Feedback zu dem, was du tust. Ich vermittle dir das Wissen, das du brauchst, um dein Pferd motivierend auszubilden und gesund zu gymnastizieren.

Trainerin bin ich dabei natürlich auch. Schließlich geht es um die Gesundheit und Fitness deines Pferdes und deine natürlich auch. Im Business-Kontext wird der Trainer-Begriff häufig auch für die Wissensvermittlung genutzt. Insofern ist es sicher berechtigt, beide Begriffe – Reitlehrerin und Trainerin – synonym zu benutzen.

Bin ich dein Coach, habe ich eine andere Aufgabe: Ich unterstütze dich, deine Themen in der Tiefe zu betrachten, Zusammenhänge zu erkennen und für dich stimmige nächste Schritte zu bestimmen. Dafür ist es hilfreich, wenn du nicht auf dem Pferd sitzt. In der Ruhe entsteht oft genau die Klarheit, die im Trainingsalltag keinen Raum hat.

Typische Themen für ein Coaching oder Mentaltraining für Reiter

  • Angst vor dem Galopp
  • permanente Unzufriedenheit mit dir selbst
  • Perfektionismus, der dir die Freude und Leichtigkeit nimmt
  • Angst vorm Ausreiten
  • Die Angst, etwas falsch zu machen
  • Immer das Gefühl zu haben, bei der Ausbildung deines Pferdes nicht gut genug zu sein

Wie Mentaltraining dir konkret beim Reiten hilft

Das Mentaltraining unterstützt dich ganz konkret dabei, deine mentalen Fähigkeiten zu stärken, um Herausforderungen beim Reiten zu meistern. Das können beispielsweise 

Atemtechniken zum Stressabbau oder Visualisierungstechniken sein. Hier sind die Einsatzmöglichkeiten groß. Von der Hilfe beim Anreiten eines Hindernisses oder einer Lektion bis hin zur Verwendung innerer Bilder. Das sind bewusst eingesetzte Vorstellungen davon, wie sich eine Bewegung, eine Lektion oder eine Situation für dich stimmig und leicht anfühlen. Wenn dich die Kraft deiner Vorstellung interessiert, findest du dazu einiges in meinem Webinar “Reiten mit inneren Bildern” oder in meinem PDF “Wundermittel Vorstellungskraft

Mentaltraining setzt genau hier an. Es hilft dir, dein Gehirn so zu unterstützen, dass Bewegungen nicht aus Druck oder Angst entstehen, sondern aus Klarheit und Vertrauen.

Deine Gedanken, Emotionen und inneren Bilder beeinflussen maßgeblich, wie leicht dir etwas im Sattel fällt und wie stressanfällig du in herausfordernden Situationen bist.

Beim Mentaltraining geht es darum, mentale Strategien zu entwickeln, die dir helfen, für dich problematische Situationen besser zu lösen und Aufgaben besser umzusetzen. Mentaltraining kann natürlich auch angewandt werden, wenn du auf dem Pferd sitzt. Besonders effektiv ist es aber, wenn du mentalen Übungen erstmal für dich alleine machst, weil der Veränderungsprozess dann besonders tief wirkt.

Mentaltraining und Coaching gehören eng zusammen. Während Mentaltraining dir in konkreten Situationen im Sattel hilft, schaut Coaching tiefer und unterstützt dich dabei, die Ursachen hinter wiederkehrenden Themen zu verstehen.

Reitunterricht

Warum guter Reitunterricht im Kopf beginnt

Guter Reitunterricht endet nicht bei Technik und Übungen. Er beginnt dort, wo gesehen wird, was dich innerlich bewegt.
Denn manchmal steht nicht dein reiterliches Können im Weg, sondern Zweifel, Angst oder zu hoher Anspruch an dich selbst.
Wirklich hilfreich ist der Unterricht dann, wenn deine Reitlehrerin dich auch an diesen Punkten unterstützt und nicht nur zeigt, wie etwas funktioniert.

Du kannst dir das ein bisschen so vorstellen, dass deine Reitlehrerin wie eine Wanderführerin ist: Idealerweise kennt sie sich in dem Gebiet, in dem ihr unterwegs seid, gut aus und zeigt dir schöne und sichere Wege. Wenn aber deine Schuhe kneifen (in dem Fall sinnbildlich für dein Mindset) kannst du den Weg nicht genießen oder bewegst dich unter viel größeren Schwierigkeiten fort, als wenn die Schuhe passen würden. Wie toll, wäre es da, zwischendurch eine Pause zu machen und die Passform der Schuhe zu verbessern. Und die gute Nachricht ist: Anders als bei den modernen Hightech-Wanderschuhen, an denen ein Schuster nichts mehr ausrichten kann, kannst du deine mentalen Schuhe jederzeit ändern.

Das kannst du tun, wenn du trotz Reitunterricht nicht weiterkommst

Kennst du das Gefühl, dass du im Unterricht alles versuchst, die Vorschläge verstehst und trotzdem nicht weiterkommst?

Dann lohnt sich zuerst das Gespräch mit deiner Trainerin. Manchmal liegen die Ursachen ganz praktisch im Management deines Pferdes oder in äußeren Rahmenbedingungen. Wenn sich dort etwas verändern lässt, kann das bereits viel lösen. In diesem Beitrag findest du ein paar Anregungen.

Es gibt aber auch Situationen, in denen du spürst, dass du dir selbst im Weg stehst. Zum Beispiel, wenn Angst, Stress oder innere Anspannung verhindern, dass du die Vorschläge umsetzen kannst, obwohl sie dir eigentlich schlüssig erscheinen.

Auch hier ist der erste Schritt das Gespräch. Vielleicht lässt sich das Thema kleinschrittiger angehen, sodass es sich für dich sicherer anfühlt. Mehr dazu liest du hier.

Wenn das nicht möglich ist oder du merkst, dass dich das Thema emotional immer wieder blockiert, kann Coaching eine wertvolle Unterstützung sein. Gerade dann, wenn jemand Erfahrung mit Themen wie Angst im Sattel oder innerem Druck hat.

Wie es für dich weitergehen kann

Wenn du gerne ganz konkret für dich und dein Pferd eine Analyse möchtest, schreib mir gern. Wir schauen uns dann gemeinsam an, wo ihr in Ausbildung und Management noch mal andere Ansätze ausprobieren könnt, um weiterzukommen und wo dir Coaching weiterhelfen kann.
Fotos: Herzlichen Dank an Marie-Christin Zurbrüggen von Herzenshundfotografie!
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Was genau ist Mentaltraining für Reiter?

Mentaltraining im Reitsport ist das bewusste Trainieren deiner Gedanken, Emotionen und Vorstellungen. Es hilft dir, im Sattel fokussiert zu bleiben, Ängste abzubauen und Bewegungsabläufe durch Visualisierung präziser abzurufen. Es ist die perfekte Ergänzung zum praktischen Reitunterricht.

Hilft Mentaltraining auch bei Angst beim Reiten?

Ja, absolut. Mentaltraining ist eine der effektivsten Methoden, um Angst im Sattel zu bewältigen. Durch Techniken wie kontrollierte Atmung, positive Selbstgespräche und das schrittweise Auflösen von mentalen Blockaden lernst du, in stressigen Situationen (z. B. beim Ausreiten oder im Parcours) handlungsfähig zu bleiben.

Muss mein Pferd beim Mentaltraining dabei sein?

Nein, ein großer Teil des Mentaltrainings findet „trocken“ statt – also ohne Pferd. Das hat den Vorteil, dass du dich ganz auf deine inneren Prozesse konzentrieren kannst, ohne vom Verhalten des Pferdes abgelenkt zu werden. Die neu gewonnenen Strategien nimmst du dann mit in den nächsten Stallbesuch.